
Foto: Peter B. Adamik
Die Emotion der Musik erleben, direkt beim ersten Hören: Das hat sich der Dirigent Daniel Jochum zur Aufgabe gemacht. Gerade in Zeiten, in denen viele Menschen keinen Zugang mehr zur klassischen Musik haben, möchte er in Kompositionen die verschiedenen Emotionen identifizieren, mit dem Orchester übersetzen und auf das Publikum übertragen.
Derzeit studiert Daniel in der International Conducting Academy Berlin (ICAB) an der Universität der Künste Berlin im Bachelorstudiengang Dirigieren. Neben dem Unterricht in der Klasse von Prof. Harry Curtis, und vormals auch Prof. Steven Sloane, erhielt er weitere dirigentische Impulse von Trevor Pinnock, Catherine Larsen-Maguire, Robert Reimer, Prof. Nicolás Pasquet, Prof. Rüdiger Bohn, Eva Ollikainen und Oksana Madarash.
In einem musikalischen Haushalt aufgewachsen, sammelte Daniel schon im Kindesalter dirigentische Erfahrungen und dirigierte sein erstes Konzert im Alter von 15 Jahren. Eine prägende Rolle spielten dabei vor Allem leidenschaftliche Musikpädagogen, die seine Begeisterung für das Leiten von Orchestern und Ensembles weckten und förderten.
Von der Emotion der Musik gepackt, begann er früh mit dem Klavier- und Hornspiel, und sammelt seit über 20 Jahren Orchestererfahrung als Hornist in verschiedenen jungen Auswahlorchestern. Dabei erarbeitete er eine große Bandbreite an Repertoire und durfte in bedeutenden Sälen auftreten, wie den Philharmonien von Berlin, Hamburg, Köln, Stuttgart und Düsseldorf, den Domen von Berlin und Wien u.v.a.m. Auch gastierte er in Frankreich, Österreich, Tschechien, Ungarn, Japan und China. Rundfunkaufnahmen sowie eine Tonmeister-Hospitation erfolgten beim WDR in Köln.
Parallel zu seinem Abitur vertiefte Daniel darüber hinaus seine Leidenschaft für sakrale Musik und absolvierte die zweijährige C-Ausbildung zum Kirchenmusiker (Orgel und Chorleitung) im Bistum Aachen, u. A. bei KMD Andreas Cavelius, DKMD Prof. Matthias Kreuels, Prof. Norbert Jers und DO Prof. Michael Hoppe.
Dennoch entschied er sich nach der Schulzeit zunächst für ein Studium der Politik- und Verwaltungswissenschaften in Konstanz, Paris, Havanna und London. Dieses schloss er, auch dank zahlreicher Stipendien, in Berlin mit der Promotion ab.
Seit Beginn seines anschließenden Dirigierstudiums nutzt Daniel die vielfältigen Lernmöglichkeiten in Berlin durch zahlreiche Konzertbesuche und auch durch Hospitationen bei Gustavo Dudamel, Kirill Petrenko, Christian Thielemann, Iván Fischer, Wladimir Jurowski, Marin Alsop und Weiteren.
Neben einer Teilzeitbeschäftigung als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag steht er im Rahmen seines Studiums auf dem Podium von Orchestern wie der Kammerakademie Potsdam, dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt, dem Göttinger Symphonieorchester, den Brandenburger Symphonikern, dem Ungarischen Staatsorchester Szolnok sowie der Singakademie zu Berlin, und bildet sich so stetig fort.
Zudem leistet Daniel einen aktiven Beitrag zur Berliner Musikszene mit selbstorganisierten Aufführungen seines eigenen Orchesters, dem Kreuzberger Orchester-Kollektiv (k.o.k.). Von der Überzeugungsarbeit der Pädagogen seiner eigenen Laufbahn geprägt, liegt ihm die Weitergabe und Vermittlung musikalischer Kompetenzen am Herzen. Auch als Gastdozent bei „Jugend dirigiert“ gibt er sein Können weiter, die Emotion in der Musik immer fest im Blick.